Sonntag, 05. September 2010
Wehrleiter Ottfried Gaul legt nach
17 Jahren, aus gesundheitlichen
Gründen, sein Amt nieder.
31.05.08 Verkehrsunfall zwischen
Magdeburgerforth und
Drewitz ... mehr
Wehrleiter:
Andreas Hübe

stellv. Wehrleiter:
Frank Wöhling

Jugendbeauftragter:
Fred Gobel

Geschichte
Dem gemeinsamen Kampf gegen Unheil und Verderben stellte sich vor gut 70 Jahren eine Gruppe
von Männern unseres Dorfes. Am 19.06.1934 gründeten in einer einberufenen Gemeindeversammlung
im Hotel „Drei Linden” die bis dato zum Brandschutz verpflichteten Bürger: Walter Leps, Kurt Brandt,
Otto Herzlieb, Hubert Fräsdorf, Alfred Ebert, Otto Banse, Paul und Karl Krause, Franz Heinicke,
Otto Eichholz, Wilhelm Genth, Otto Zander, Willi und Paul Krüger, um nur einige zu nennen,
die Freiwillige Feuerwehr Magdeburgerforth.
Zum ersten Wehrführer wurde Hermann Herzlieb
ernannt, der bereits im Vorfeld an der damaligen
Feuerwehrschule Heyrothsberge den erforderlichen
Lehrgang absolvierte. Schon 1935 konnte die Wehr
um Wehrleiter Herzlieb ihr Wissen und Können unter
Beweis stellen, als die Scheune von Eichelmanns in
Flammen stand. Ein Jahr später wurde die erste
Motorspritze vom Typ „Fladerer” angekauft. Eine neue
Ära des Feuerwehrwesens war eingeläutet.
Da mit dem Ankauf ein neuer Ausbildungsgrad erforderlich wurde, beauftragte man Alfred Ebert
mit der Ausbildung der Kameraden. 1937 übernahm er dann die Aufgabe des Wehrleiters. Als er
1941 eingezogen wurde, führte Paul Krause kommissarisch dessen Aufgabe bis zur Rückkehr
von Alfred Ebert 1945 weiter.
In diesem Jahr wurde die Wehr stark gefordert.
Am 17.05. stand Seilers Haus, das die Russen als
Kommandantur nutzen, in Flammen. Kurze Zeit
darauf brannte Leonards Scheune nieder.
Laut einer Bestandsmeldung zählte die Feuerwehr
der Gemeinde Magdeburgerforth am 28.August 1946
52 Mitglieder. 1947 brannte die Autowerkstatt von Fatteroth/Zibulski völlig aus. Brandstiftung war nicht
auszuschließen.
Am 09.01.1950 war Maskenball in „Drei Linden”. Um 21 Uhr wurde diese Veranstaltung jäh gestört!
Die Pottmühle an der Ringelsdorfer Kreuzung steht in Flammen, so lautete die eilige Meldung.
Alle Männer verließen den Saal. Franz Eichelmann fuhr das Pferdegespann von Klaus Friedrichs.
Wegen fehlender Hängerkupplung musste die Feuerwehrtechnik auf den Pferdewagen umgeladen
werden. In einer wilden Fahrt ging es nach Ringelsdorf. Starker Frost behinderte die Wasser-
förderung sowie die Löscharbeiten. Mit einem spektakulären Rettungssprung aus dem Fenster des
2. Stocks konnte Frau Inge Kober mit ihrem 1- jährigen Sohn sich das Leben retten. Sie hatte sich
das Kind mit einem Betttuch vor dem Bauch gebunden. Der Junge blieb unverletzt, sie brach sich
beide Arme. Die Pottmühle war nicht mehr zu retten! Das verrostete Wasserrad und ein Steinhaufen
sind letzte Zeitzeugen.
Das Jahr 1950 ist bei unseren alten Kameraden fest in Erinnerung geblieben. In der Nacht vom
17. auf den 18. August um 2.15 Uhr schlug ein Kugelblitz ins Trafohäuschen ein, lief über die
Stromleitung in Paul Krauses Scheune (so Zeugenaussagen) und setzte dort die Häckselmaschine
in Brand. Durch starke Regenfälle wurden die Löscharbeiten erschwert. Wasser stand in den
Zündkerzen der TS. Die Technik versagte! Als erstes kam die alte Handdruckspritze wieder zum
Einsatz, Eimerketten wurden gebildet. Durch den beherzten Einsatz aller Dorfbewohner konnte ein
übergreifen des Feuers auf das Nachbargehöft verhindert werden. Das Ganze stand unter göttlicher
Obhut, denn der Pastor Höppner stand auf Lepses Dach und betete. Man sagt erfolgreich.
1953 war es der Brand im Maschinenraum des Sägewerks Eigendorf, der die Wehr in Atem hielt.
Die Wehren Schopsdorf, Dörnitz und Drewitz unterstützten die Magdeburgerforth. Nach etwa
30 Minuten war das Wasser über lange Wegstrecke vom Teich vor Ort. Ein angefordertes Tanklöschfahrzeug aus Magdeburg traf nach 70 Minuten ein, kam aber nicht mehr zum Einsatz.
Gute Arbeit war geleistet worden.
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