Geschichte

Bis 1963 waren es hauptsächlich Waldbrände, die überwiegend und regelmäßig durch die russische Armee entstanden, die die Wehr zu bekämpfen hatte. 1963 wurde der alte Kindergarten durch Brandstiftung Opfer der Flammen. Der Täter konnte überführt werden. Im August 1964 brannte die Scheune des Forstamtes völlig nieder. Nur durch das schnelle und beherzte Eingreifen der sowjetischen Platzfeuerwehr konnte ein Inferno verhindert werden. Fässer mit hoch explosiven Chemikalien wurden in letzter Minute durch die Soldaten aus der Scheune getragen. Aus Altersgründen gab 1964 der langjährige Wehrleiter Alfred Ebert seinen Posten ab. Wolfgang Kürschner übernahm nun die Geschicke der Wehr, an seiner Seite Wolfgang Ebenau und Werner Neumann, die ihn bei der Tätigkeit als Wehrleiter unterstützten.

Die Brandschutzgruppe der Gemeinde fiel nicht nur durch gute Leistungen auf Wirkungsbereichsausscheiden auf, sondern auch durch eine gute Arbeit in der Gemeinde. Weiterhin wurde in den 70iger Jahren die erste Frauenmannschaft gebildet, die die Gemeinde bei den Leistungsvergleichen im Feuerwehrsport des Abschnitts würdig vertrat. Auch die Männermannschaft kann auf eine erfolgreiche Arbeit zurückblicken, was ein Teil der nach der Wende geretteten Urkunden und Ehrenwimpel beweisen.

Aus gesundheitlichen Gründen legte 1986 Wolfgang Kürschner sein Amt als Wehrleiter nieder. Kommissarisch wurde danach der Wehrleiterposten bekleidet. Der Zustand war unbefriedigend. Der Bürgermeister wurde kritisiert und in die Pflicht genommen. Mario Schmidt erklärte sich bereit, diese Aufgabe kommissarisch zu übernehmen. Jung, unerfahren, ohne fachliche Kompetenz und Unterstützung der übergeordneten Organe, stand er auf verlorenem Posten. Die Freiwillige Feuerwehr Magdeburgerforth lag fast am Boden. Der Dachstuhlbrand in der Friedensstraße 1989, sowie der Brand in der Forstwirtschaftsschule 1992 ließen erkennen, dass es ohne eine ausgebildete und mit leistungsfähiger Technik ausgestattete Wehr in unserem Ort nicht geht.

Am 16.05.1994 fand eine Versammlung statt. Zu Gast waren die Herren Simmat, Böhm und Gierke. Der Kamerad Böhm rief die Teilnehmer des Ortes zur Vernunft und zur Besinnung auf. Jegliche Unterstützung wurde zugesagt. Am 01.06.1994 wurde zur Neugründung der FFw-Magdeburgerforth eingeladen. An diesem Abend bekundeten 30 Männer und Frauen ihre Mitgliedschaft mit ihrer Unterschrift. Bei der anschließenden Wahl des Wehrleiters wurde Ottfried Gaul (mit einer Gegenstimme) zum neuen Wehrleiter des Ortes gewählt.

Unsere erste große Anschaffung! Durch Sponsorengelder der Firma Werner, konnten wir unser erstes Auto kaufen. Am 4. Juni 1994 holten die Kameraden Thierfelder und Gaul aus Lübars ein LF 8/8, Baujahr 61 und fahrbereit. Am gleichen Tag gaben die Lübarser auch unsere Handdruckspritze von 1894 zurück, die zu DDR-Zeiten versehentlich dort hingeriet. Mit Erschrecken mussten wir bei der Ankunft in Magdeburgerforth feststellen ,das Auto passte nicht durch das Tor des Gerätehauses.

Kaum hat man was – schon wird geklaut! Gleich im Juni gab es den ersten Einbruch ins Gerätehaus. Das Wenige, was wir besaßen - verschwunden - Benzin, Motorsägen, Lampen. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht ahnen, dass eine Serie von Einbrüchen großen Material- aber auch seelisch-moralischen Schaden über die Wehr bringen würde. Der desolate Zustand des Gerätehauses sowie die ungenügende Unterbringung der Einsatzbekleidung und Technik, ließen den Ruf nach einem neuen Feuerwehrhaus laut werden, doch der Rat schmetterte den Antrag wegen fehlender Haushaltsmittel 1994 ab.