Geschichte

Dem gemeinsamen Kampf gegen Unheil und Verderben stellte sich vor gut 70 Jahren eine Gruppe von Männern unseres Dorfes. Am 19.06.1934 gründeten in einer einberufenen Gemeindeversammlungim Hotel "Drei Linden" die bis dato zum Brandschutz verpflichteten Bürger: Walter Leps, Kurt Brandt, Otto Herzlieb, Hubert Fräsdorf, Alfred Ebert, Otto Banse, Paul und Karl Krause, Franz Heinicke, Otto Eichholz, Wilhelm Genth, Otto Zander, Willi und Paul Krüger, um nur einige zu nennen, die Freiwillige Feuerwehr Magdeburgerforth.

Zum ersten Wehrführer wurde Hermann Herzlieb ernannt, der bereits im Vorfeld an der damaligen Feuerwehrschule Heyrothsberge den erforderlichen Lehrgang absolvierte. Schon 1935 konnte die Wehrum Wehrleiter Herzlieb ihr Wissen und Können unter Beweis stellen, als die Scheune von Eichelmanns in Flammen stand. Ein Jahr später wurde die erste Motorspritze vom Typ "Fladerer" angekauft. Eine neue Ära des Feuerwehrwesens war eingeläutet.

Da mit dem Ankauf ein neuer Ausbildungsgrad erforderlich wurde, beauftragte man Alfred Ebert mit der Ausbildung der Kameraden. 1937 übernahm er dann die Aufgabe des Wehrleiters. Als er 1941 eingezogen wurde, führte Paul Krause kommissarisch dessen Aufgabe bis zur Rückkehr von Alfred Ebert 1945 weiter.

In diesem Jahr wurde die Wehr stark gefordert. Am 17.05. stand Seilers Haus, das die Russen als Kommandantur nutzen, in Flammen. Kurze Zeit darauf brannte Leonards Scheune nieder. Laut einer Bestandsmeldung zählte die Feuerwehr der Gemeinde Magdeburgerforth am 28.August 1946 52 Mitglieder. 1947 brannte die Autowerkstatt von Fatteroth/Zibulski völlig aus. Brandstiftung war nicht auszuschließen.

Am 09.01.1950 war Maskenball in "Drei Linden". Um 21 Uhr wurde diese Veranstaltung jäh gestört! Die Pottmühle an der Ringelsdorfer Kreuzung steht in Flammen, so lautete die eilige Meldung. Alle Männer verließen den Saal. Franz Eichelmann fuhr das Pferdegespann von Klaus Friedrichs. Wegen fehlender Hängerkupplung musste die Feuerwehrtechnik auf den Pferdewagen umgeladen werden. In einer wilden Fahrt ging es nach Ringelsdorf. Starker Frost behinderte die Wasserförderung sowie die Löscharbeiten. Mit einem spektakulären Rettungssprung aus dem Fenster des 2. Stocks konnte Frau Inge Kober mit ihrem 1-jährigen Sohn sich das Leben retten. Sie hatte sich das Kind mit einem Betttuch vor dem Bauch gebunden. Der Junge blieb unverletzt, sie brach sich beide Arme. Die Pottmühle war nicht mehr zu retten! Das verrostete Wasserrad und ein Steinhaufen sind letzte Zeitzeugen.

Das Jahr 1950 ist bei unseren alten Kameraden fest in Erinnerung geblieben. In der Nacht vom 17. auf den 18. August um 2.15 Uhr schlug ein Kugelblitz ins Trafohäuschen ein, lief über die Stromleitung in Paul Krauses Scheune (so Zeugenaussagen) und setzte dort die Häckselmaschinein Brand. Durch starke Regenfälle wurden die Löscharbeiten erschwert. Wasser stand in den Zündkerzen der TS. Die Technik versagte! Als erstes kam die alte Handdruckspritze wieder zum Einsatz, Eimerketten wurden gebildet. Durch den beherzten Einsatz aller Dorfbewohner konnte ein übergreifen des Feuers auf das Nachbargehöft verhindert werden. Das Ganze stand unter göttlicher Obhut, denn der Pastor Höppner stand auf Lepses Dach und betete. Man sagt erfolgreich.1953 war es der Brand im Maschinenraum des Sägewerks Eigendorf, der die Wehr in Atem hielt. Die Wehren Schopsdorf, Dörnitz und Drewitz unterstützten die Magdeburgerforther. Nach etwa 30 Minuten war das Wasser über die lange Wegstrecke vom Teich vor Ort. Ein angefordertes Tanklöschfahrzeug aus Magdeburg traf nach 70 Minuten ein, kam aber nicht mehr zum Einsatz. Gute Arbeit war geleistet worden.